Haus der Transformation

Nach Jahrzehnten, die in Europa von Stabilität und Frieden geprägt waren, kommen jetzt vermeintlich sicher geglaubte Zustände ins Wanken. Zeiten der Veränderung brechen an und leider sind viele dieser Veränderungen besorgniserregend. Unsere bisher gewohnten Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle sind Ursachen klimatischer und sozialer Krisen. Für Menschen aller Generationen stellt sich deshalb die Frage, wie wir ein Umdenken und eine Transformation im Rahmen unserer ökologischen und sozialen Ressourcen gestalten können. Wie begegnen wir der Klimakrise und entwickeln zukunftsfähige Lebensweisen?

Wir sind der Meinung, dass eine Hochschule der Ort ist, der geradezu prädestiniert ist, um Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu entwickeln und Impulsgeber für gesellschaftlichen Wandel zu werden.

Dafür braucht es an Hochschulen Räume der Vernetzung, des Austauschs und des gelebten Wandels – Räume der Transformation. Orte, an denen Menschen zusammenkommen und gemeinsam an ihren Ideen und Projekten arbeiten können. Orte, an denen Menschen neuen Input aufnehmen und zu kritischem Denken angeregt werden.

News

Webseite zum Haus der Transformation:

https://www.htw-berlin.de/studium/qualitaet-in-studium-lehre/haus-der-transformation/

Interview zum Haus der Transformation:

https://events.htw-berlin.de/hochschule/transfer-im-fokus/aktivitaeten-vernetzen-und-impulse-geben/

  

Der Weg zum Haus der Transformation

Im Sommer 2018 holten der einleuchtend e.V. und der AStA der HTW Berlin die Veranstaltung „Perspektive N“ an unsere Hochschule. Bei der vom Netzwerk N konzipierten und moderierten Diskussionsreihe dreht sich alles um die Zukunftsfähigkeit von Hochschulen in ganz Deutschland.

Der damalige Abschluss der EMAS-Umweltmanagement-Zertifizierung an der HTW Berlin diente als Aufhänger, um über die weitere, nachhaltige Entwicklung der Hochschule zu diskutieren. Wir als Studierende äußerten den Wunsch nach einem projekt-, forschungs- und problembasierten interdisziplinären Lehr- und Lernangebot in Form von Projektwerkstätten, einer Ringvorlesung oder einem Studium Oecologicum. Eine Erkenntnis der Veranstaltung war außerdem, dass die nachhaltige Hochschulentwicklung der HTW Berlin noch von engagierten Einzelpersonen abhängt. Die Etablierung von langfristigen Strukturen wie eines Green Office/Nachhaltigkeitsbüro zur Förderung und Verstetigung von studentischem Engagement wurde als Lösungsansatz diskutiert.

Mehr Infos zur Perspektive N findet ihr hier:

https://netzwerk-n.org/formate/perspektive-n/berlin-3/

Es folgten regelmäßige Gespräche zwischen einleuchtend und Claas Cordes, dem Kanzler der HTW Berlin, in denen gemeinsam das Konzept zum „Haus der Transformation“ ausgearbeitet wurde. Dieses Konzept wurde der gesamten Hochschulleitung vorgestellt und weiter verfeinert.

Im Wintersemester 2019/2020 bekamen wir von der Vizepräsidentin für Forschung und Lehre der HTW Berlin Frau Molthagen-Schnöring dann die Zusage – das Haus der Transformation sollte 2020 umgesetzt werden! Ein symbolisches Vogelhaus wurde uns im Rahmen der Veranstaltung „25 Zukunfts(t)räume“ übergeben.

Quelle: HTW Berlin/Alexander Rentsch

Ziele und Aufgaben des Hauses der Transformation

Austausch und Vernetzung

  • zentraler Anlaufpunkt für Studierende, Mitarbeitende und Dozierende
  • Verknüpfung aktiver Gruppen & Projekte
  • Kooperationen mit Unternehmen, anderen Bildungseinrichtungen, Bezirk

Das Haus der Transformation dient als konstanter Knotenpunkt innerhalb des Hochschulalltags. Als Angebot zur Eigeninitiative bietet es zur Orientierung und Weiterbildung beispielsweise eine Plattform mit Angeboten und Vernetzungsmöglichkeiten. Dank langfristiger Strukturen und aktueller Informationen können sich Studierende untereinander sowie mit Lehrenden innerhalb der HTW, aber auch im Bezirk Schöneweide, innerhalb Berlins und darüber hinaus mit anderen Hochschulen, Firmen und Organisationen vernetzen. Praktika, Projekte und Kooperationen finden somit schnell und leicht Anklang. Eine gut vernetzte, zentrale Anlaufstelle verbessert auch den Austausch zwischen hochschulinternen Gruppen und stärkt die einzelnen Akteure. Ein guter Informationsfluss kann zu vielen Synergieeffekten führen – ein fruchtbarer Boden, auf dem Veranstaltungen breit ausgesät werden, interdisziplinäre Vernetzung floriert sowie studentisches Engagement gedeiht. Auch könnten Unternehmen aus der Umgebung Vorträge, Workshops und Projekte mitgestalten und dadurch auch den Austausch innerhalb des Stadtteils fördern – eine kontinuierliche sowie wandelbare Struktur, die es braucht, um langfristige Transformation an der Hochschule umzusetzen.

Förderung von studentischem Engagement

  • Ausbau von Kooperationen & Interdisziplinarität
  • Nutzung von Synergieeffekten
  • Belebung des Campus

Von der Hochschule gestützt haben die Studierenden die Möglichkeit ihre Fähigkeiten auf verschiedensten Gebieten zu erweitern. Im Haus der Transformation wird aktive Mitgestaltung am Hochschulalltag gefördert und verstetigt sowie eine hohe Identifikation mit der HTW, unserer Hochschule, entwickelt. Beispielsweise werden Ideen- und Projektwettbewerbe konzipiert, die Anreize für studentische Projekte an der Hochschule setzen. Das HdT könnte zusätzlich Abschlussarbeiten ausschreiben, die sich direkt mit Problemen der HTW befassen. Für die Studierenden gäbe es so die Möglichkeit, eine spannende Fragestellung aus ihrem direkten Umfeld zu bearbeiten und für die Hochschule den Vorteil, dass verschiedene Problematiken der HTW wissenschaftlich untersucht und im Idealfall Lösungsvorschläge entwickelt werden. Darüber hinaus könnten Stellen für Studierende geschaffen werden, wodurch finanziell schlechter gestellten Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, sich für wichtige Themen an der Hochschule zu engagieren. Insgesamt wäre das HdT eine Anlaufstelle für Studierende, die Unterstützung bei der Umsetzung von Projektideen brauchen. Hier kann besonders durch Vermittlung von Kontakten und Weitergabe von Erfahrungen geholfen werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die HTW birgt eine Fülle an aktiven Gruppen und inspirierenden Projekten. 2018 wurde bei der Perspektive n jedoch festgestellt, dass diese teils nicht über alle Fachbereiche hin oder außerhalb der HTW bekannt sind. Das Haus der Transformation verwandelt diese Probleme in Chancen. Langfristige Strukturen verkörpern Repräsentanz, einen stetigen Ansprechpartner für Anfragen von außen und eine Unterstützung beim Bewerben von Veranstaltungen, Projekten und Publikationen sowie eine Vernetzungsstelle von innen heraus. Beispielsweise kann bereits durch Veröffentlichung der vom Energieteam erarbeiteten Energiespartipps und der Bündelung aller im Bereich der nachhaltigen Entwicklung tätigen Gruppen und Projekte das öffentliche Bild im Bereich der Nachhaltigkeit leicht und langfristig gestärkt werden. Dies hat für Firmen, andere Bildungsstätten und die Stadt Berlin auch Auswirkungen auf die Sichtbarkeit der HTW sowie die Sichtweise auf unsere Hochschule. Vor allem im Hinblick auf die Herausforderungen unserer Zeit sind Angebote für Engagement und Weiterentwicklung auch ein entscheidendes Kriterium bei der Studienwahl junger Menschen.

Studentisch organisierte Lehrveranstaltungen

  • Projektwerkstätten
  • Ringvorlesung
  • Studium Oecologicum

Unsere Gesellschaft ist von großen Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung geprägt, die nicht nur einen Aspekt, sondern alle Bereiche unseres Alltags prägen. Um ein noch ansprechenderes und abwechslungsreicheres Lehrangebot zu realisieren, können im Haus der Transformation einerseits bestehende Veranstaltungen stärker beworben werden und andererseits neue, studentisch organisierte Lehrveranstaltungen geschaffen werden. Beispielsweise können interdisziplinäre Ringvorlesungen zu diesen breitgefächerten Themen mit Leistungspunkten honoriert werden oder eigens von Studierenden konzipierte Veranstaltungen, etwa nach dem Vorbild der Projektwerkstätten der TU Berlin. Für die Organisation der Lehrveranstaltungen eignen sich hervorragend studentische Stellen direkt im HdT. Eine weitere, nicht-monetäre Idee zur Honorierung des gesellschaftlichen und globalen Interesses sowie Engagements der Studierenden wäre die Zertifizierung nachhaltiger Lehrveranstaltungen, wodurch Studierende nach Teilnahme an einer gewissen Anzahl dieser ein besonderes Zertifikat mit ihrem Abschlusszeugnis erhalten. Dieses Konzept ist ein perfektes Beispiel lebendiger Lehre – von Studierenden für Studierende.

Innovation

  • Erschließung von Potentialen
  • Anregung kritischen Denkens
  • Entwicklung zukunftsfähiger Lebensweisen

Auch soll im HdT Raum für neue Ideen, Zusammenarbeit und gegenseitige Bereicherung geschaffen werden. Hier können Formate, Projekte und Aktionen geformt und initiiert werden, denn so komplex die Herausforderungen sind, so unterschiedlich sind auch die Lösungsansätze hierfür. Die HTW vereint eine große Bandbreite an Studiengängen, Ausrichtungen, Kompetenzen und Ideenreichtum. Das Potential dieser Vielfalt an Menschen, die hier zusammenkommen, sollte gefördert und gefordert werden, um den Fragen der Zukunft durch kritisches Denken sowie angewandte Lösungen kompetent entgegentreten zu können. Das Haus als Ideenbörse kann Gleichgesinnte zusammenführen und neue Aspekte aus anderen Fachbereichen und unterschiedliche Herangehensweisen vereinen. Auch externe Partner können hierdurch sehen, was sich an der HTW entwickelt und dadurch schnell und gezielt Kooperationen eingehen sowie Studierenden einen Einblick in die Industrie und Wirtschaft ermöglichen. Die Hochschule schafft somit als Impulsgeber für gesellschaftlichen Wandel Platz für eine praktische Umsetzung von Gelerntem und den Blick über den Tellerrand des eigenen Studiengangs. Im Haus der Transformation – der Ideenschmiede der HTW – unterstützen Strukturen die Entwicklung innovativer und mutiger Konzepte, die Dynamik und Fortschritt an unserer Hochschule zukunftsfähig fördern und sichern.

Veranstaltungsort

  • Ort der Begegnung
  • Workshops und Veranstaltungen

Unser familiärer Campus hat das Potential, neben einem Ort für Lehre ein Ort zum Verweilen zu sein. Ein reales Haus – vielleicht eigenhändig von Studierenden geplant und gebaut – wäre ein beeindruckendes Symbol für studentisches Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit und dabei ein perfekter Raum für Veranstaltungen. Ob Sommerfest oder Eco-Weihnachtsmarkt, Kleidertausch oder Gruppentreffen – das Haus der Transformation bietet unterschiedlichsten Events und Akteuren Raum und fördert den Austausch. Neben dem Urban Garden, wo Studierende gemeinsam mit Anwohner*innen aus Schöneweide nach dem Konzept der Permakultur lokale urbane Lebensmittel anbauen und eigenen HTW-Honig produzieren, können im HdT hierzu auch Workshops und Infoveranstaltungen sowie Mitmachaktionen entstehen – eine Struktur, die auch den Blick für Umfeld und Umwelt weitet.