Weniger Müll kaufen

Samstag – WG-Einkauf: Bananen, Tee, Nudeln, Möhren, Cocktailtomaten, Raffaelo, Käse, Brot und Brötchen. Ich schiebe meinen Einkaufswagen durch die Gänge und arbeite die Liste ab. Am Ende stehe ich vor dem Kühlregal und in mir kommt das Verlangen nach Mangolassi auf – da vorne! Als ich ihn in der Hand halte, meldet sich das schlechte Gewissen: Für die kurze Lassilaune einen Plastikbecher, eine Plastiklasche und einen Plastikdeckel. Mein Blick wandert zum Einkaufswagen: Die Bananen sind in Plastik eingeschweißt, auch die Möhren und Cocktailtomaten liegen in einer Plastikschale und sind dann noch in Plastik eingeschweißt. Der Tee – jeder Beutel in eigenem Papiersachet. Nudeln, in Plastik. Über die Raffaelo brauche ich nicht zu schreiben. Der Käse, auch in Plastik, zwischen den einzelnen Scheiben je eine Trennscheibe. Brötchen und Brot hatte ich in eine Papiertüte gewickelt. Mehr Verpackung als Essen! Mir vergeht der Appetit.

Später frage ich mich ernsthaft, ob es auch anders geht. Über die nächsten Tage und Wochen lerne ich, wie ich verpackungsfrei(er) einkaufe: Im Bioladen (aber auch konventionell) gibt es viel loses Obst und Gemüse. Käse kaufe ich samstags auf dem Markt – da legt die Verkäuferin den Käse immer in meine Tupper. Das funktioniert auch an der Käsetheke! Mein Mitbewohner war erst skeptisch, aber als ich die Käsethekendame frage, beteuert sie, dass das viele machen. Brot und Brötchen lege ich in meinen mitgebrachten Jutebeutel. Was Nudeln & Co angeht: In Berlin sind wir in der privilegierten Lage, dass es Original Unverpackt in Kreuzberg gibt. Dort kann man alles – auch Grundnahrungsmittel – in seine mitgebrachten Behältnisse abfüllen. Klingt aufwändig, aber seitdem unsere WG ein wenig darauf achtet, haben wir unseren Müll wirklich drastisch reduziert! Und damit ihr gleich anfangen könnt – gibt’s heute ein Gemüsenetz zu gewinnen für euren nächsten Einkauf. Schickt einfach ne Mail mit dem Stichwort „Keinen Müll kaufen“ an gewinnspiel@einleuchtend.de.