Nichts als Schall und Rauch!

Zum Jahreswechsel häufen sich die guten Vorsätze: Mehr Sport, weniger Rauchen, mehr Gesund, weniger Ungesund, mehr Sinnvolles, weniger Unsinn.

Doch dafür ist im nächsten Jahr noch genug Zeit, zuvor kann noch einmal kräftig gesündigt werden. Die letzte Möglichkeit dazu bietet sich an Silvester mit einem grellbunten Raketen- und Böllerinferno. Und das nicht zu knapp. Letztes Jahr wurden in Deutschland über 100 Mio. Euro für Feuerwerk ausgegeben.

Ich muss ja gestehen, auch ich war mal ein kleines Feuerteufelchen. Als Kind war ich fasziniert vom kunterbunten Farbspektakel am Nachthimmel, später noch ziemlich begeistert von ohrenbetäubend knallenden Riesenböllern.

Dass die bunte Knallerei allerdings nicht ganz harmlos für die Gesundheit von Mensch und Umwelt ist, ahnt wohl jede*r, die*der einmal die dichten, trüben Nebelschwaden bemerkt hat, die sich jedes Jahr in der Silvesternacht in und über den Städten ausbreiten. Dieser Nebel resultiert aus der enormen Menge Feinstaub, die durch das Feuerwerk freigesetzt wird. Die Feinstaubmenge ist hoch. Enorm hoch. So hoch, wie niemals sonst im restlichen Jahr. So hoch, dass der EU-Grenzwert beinahe in allen Städten in Deutschland bei weitem übertroffen wird (teils um weit mehr als das 10fache, nach Daten von Silvester 2016/17).

Das Problem an der Sache: Die kleinen Teilchen können ganz schön unangenehm werden. Die WHO nennt sie als Ursache jedes vierten Todesfalls durch Lungenkrebs und von 15 Prozent aller Schlaganfälle.

Was also tun? Auf jede Art von Feuerwerk verzichten? Vielleicht.

Vielleicht kann man sich fürs erste auch ein Vorbild an Sydney nehmen. Die australische Stadt ist berühmt für eines der pompösesten Feuerwerke. Dieses ist allerdings öffentlich, privates Feuerwerk ist schon seit 30 Jahren verboten. Das reduziert die Schadstoffmenge enorm.

Also: Sektglas in die Hand und mit ungetrübtem Blick dem öffentlichen Lichterspektakel folgen! Frohes Neues!